Dritter Bericht aus Bolivien |
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| Posted on 01/08/2010 at 08:31 |
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Liebe Freunde,
vergangenen Mittwoch stand unser zweiter Besuch bei Maya Paya Kimsa auf
dem Programm. Dabei bekamen wir die Gelegenheit gemeinsam in drei
Gruppen mit dem Team auf die Strasse zu gehen und die Kinder vorort
aufzusuchen.
Wir wurden mit Maya Paya Kimsa Kleidung ausgeruestet, denn als
offensichtliche Touristen in El Alto aufzutreten, ist nicht ratsam.
Das dort Gesehene und Erlebte ist sehr bedrueckend. Die Armut in El Alto
ist grenzenlos. Das Leben spielt sich Tag und Nacht, trotz eisiger
Temperaturen, auf der Strasse ab. Der Gestank und der Schmutz sind
erdrueckend. Dazwischen leben die Strassenkinder als
die Letzten der Gesellschaft. Viele schlafen am Tag in irgendwelchen
Loechern, um in der Nacht wachbleiben zu koennen, denn in der Nacht ist
das Einschlafen aufgrund der niedrigen Temperaturen gefaehrlich.
Besonders tragisch ist das Schicksal der Strassenmaedchen. Praktisch
alle muessen sich unter unvorstellbaren Bedingungen prostituieren, um
ueber die Runden zu kommen. Wir haben z. B. ein 14-jaehriges Maedchen
getroffen, das voellig "zugedroehnt" war. Viviane,
deren Arbeit durch Spenden von Esperanza finanziert wird, hat uns
erzaehlt, dass das Maedchen sehr stark an Syphilis leidet und die
starken Schmerzen nur aushaelt, wenn sie Loesungsmittel schnueffelt. Sie
hat ihr den Arzttermin, den sie fúer sie vereinbart
hat, auf ihre Hand geschrieben und hofft, dass sie in einem klaren
Moment doch kommt, um mit ihr zum Arzt gehen zu koennen. Die
Prostitution passiert Tag und Nacht, nicht versteckt, von der
Gesellschaft geduldet.
Die Kinder haben zudem grosse Angst vor der Polizei. Davon koennen vor
allem unsere drei Mutigen (Maria, Veronika und Senta) erzaehlen, die ein
Team von Maya Paya Kimsa in der Nacht begleitet haben. Lieber bleiben
die Kinder auf den eisig kalten Strassen als
sich von der Polizei zu sogenannten Schlafplaetzen bringen zu lassen.
Die Polizei ist durch und durch korrupt. Die Kinder werden von der
Polizei geschlagen und die Maedchen muessen sogar fuerchten,
vergewaltigt zu werden. Es heisst, die Polizei nimmt dem einen
Kind die Drogen ab und verkauft sie an das naechste weiter, eine fuer
uns unvorstellbare Situation.
Dieser Tag hat uns wieder einmal gezeigt, wie wichtig die Arbeit von
Maya Paya Kimsa in El Alto ist. Es war auffallend, wie sich die Kinder
gefreut haben, das Team zu sehen. Die Kinder haben einen Ansprechpartner
fuer ihre Sorgen und Noete und alle, die es
annehmen koennen, bekommen eine grundlegende Hilfestellung, sei es in
medizinischer oder in psychologischer Hinsicht.
Liebe Gruesse aus Bolivien im Namen des Esperanza Teams
Monika und Benedikt
Fotos koennen wir diesmal keine mitschicken, da uns das Maya Paya Kimsa
Team gebeten hat, keine Fotos zu machen, damit sich die Kinder nicht als
touristische Attraktion empfinden.
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