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Liebe Freunde,
Am Wochenende machten wir einen Ausflug zum beeindruckenden
Titikakasee. Dieser See ist tiefblau, zirka 13mal so gross wie der
Bodensee und liegt auf fast 4000 Metern Seehoehe. Wir erlebten
ein wunderschoenes Farbenspiel. Man hat das Gefuehl, man ist am Meer,
nur sind die Temperaturen "etwas" kaelter.
Zurueck in La Paz widmeten wir uns wieder der Arbeit fuer unsere
Strassenkinder. Unsere Erlebnisse dabei gehen einem noch bei weitem
mehr unter die Haut als die wunderschoene, einzigartige Landschaft.
Gestern besuchten wir, den von uns unterstuetzten Verein "Arco
Iris". Am Vormittag fuhr ein Teil von uns mit Sozialarbeitern auf die
Strasse und besuchte eine Gruppe (Gang) von Strassenkindern. Sie
bekamen einen heissen Kaffee und ein Brot und wurden zu diversen
Aktivitaeten von Arco Iris eingeladen. Es waren auch zwei junge Muetter
mit Babies dabei. Eines war erst eine Woche alt. Wir versorgten sie mit
Windeln. Es ist fuer uns unvorstellbar, wie man bei dieser Kaelte, vor
allem in der Nacht mit einem Saeugling auf der Strasse leben kann.
Zu Mittag waren wir im Haus "Casa de Paso" (Haus des ersten
Schrittes) zum Mittagessen eingeladen. Hier essen die Kinder aus dem
Heim, aber auch sehr viele Strassenkinder. Die Kinder warten geduldig
in Schlangen, um sobald wieder ein Platz frei wird, um einen Boliviano
(ca. 12 Cent) essen zu koennen. Es ist wichtig fuer ihr
Selbstwertgefuehl diesen symbolischen Beitrag zu bezahlen.
Im Casa de Paso besichtigten wir einen wunderschoenen, mit viel
Liebe nach westlichem Standard gefuehrten Kindergarten. Wir besuchten
eine Werkstaette in der einige Strassenjungen mit viel Geduld und
Ausdauer an ihren Werkstuecken arbeiteten. In dieser Werkstaette bauen
auch viele, mit Hilfe eines sehr netten, sehr begeisterten Lehrers ihre
Schuhputzkaesten, mit denen sie sich auf der Strasse ihren
Lebensunterhalt verdienen koennen.
Eine weitere Station war das Heim fuer junge Muetter und
Schwangere. Hier lernten wir z. B. ein dreizehnjaehriges Maedchen mit
ihrem kleinen Jungen kennen. Zur Zeit sind acht Maedchen in dem Heim.
Hier koennen die Maedchen bleiben bis sie achtzehn Jahre alt sind, aber
auch aeltere Maedchen finden bis zirka drei Monate nach der Geburt
Aufnahme. Es wird ihnen beim Weg in die Selbststaendigkeit mit
Arbeitssuche, Zimmersuche, Zimmereinrichtung usw. geholfen. In dem Heim
gibt es keine maennlichen Angestellten, da die meisten Maedchen durch
Vergewaltigungen schwer traumatisiert sind. Umso mehr waren die Kinder
von unseren maennlichen Mitgliedern (Walter und Benedikt) fasziniert.
Anschliessend besuchten wir noch das Maedchenheim von Arco Iris
und besichtigten dort die Werkstaetten, in denen die Maedchen
wunderschoene handbestickte Karten und Strickwaren herstellen. Dort
sahen wir auch die professionell gefuehrte Baeckerei von Arco Iris, die
von einem ehemaligen Strassenjungen geleitet wird. Das Brot wird nicht
nur fuer den Eigenbedarf produziert, es werden z. B. auch einige
Restaurants damit beliefert.
Als Hoehepunkt des Tages durften wir noch mit "Padre Jose" zu
Abend essen. Dieser Mann, mit seinem einzigartigen Charisma und seiner
Energie fuer seine Kinder hat uns schwer beeindruckt. Wir bekamen einen
kleinen Einblick, wie schwer es ist, so eine grosse Organisation wie
Arco Iris finanziell am Leben zu erhalten. Dieser Abend hat uns sehr
motiviert, mit viel Einsatz fuer Esperanza weiterzuarbeiten.
Nach diesen vielen eindrucksvollen Erlebnissen eines Tages, sind
einige von uns wohl lange nicht eingeschlafen. Es ist schwer die Bilder
der Kinder auf dem Kopf zu bekommen.
Liebe Gruesse aus Bolivien im Namen des gesamten Teams
Monika
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